ASB Magazin
März 2024
8/16

„Der andere Laden“ als Teil der sozialen Infrastruktur

Bei der GSE des ASB sind Teilhabe, Integration und Nachhaltigkeit vereint

„Der andere Laden“ als Teil der sozialen Infrastruktur 

Bei der GSE des ASB sind Teilhabe, Integration und Nachhaltigkeit vereint

Günstige Kleidung und Nachhaltigkeit stehen oft im Widerspruch zueinander: Sogenannte „Fast Fashion“ boomt. Billige und unter teilweise weder sozial noch ökologisch verantwortbaren Bedingungen produzierte Kleidung wird stark nachgefragt. Steigende Preise und Lebenshaltungskosten tragen ihren Teil dazu bei. Die gemeinnützige Gesellschaft für Sozialeinrichtungen des Arbeiter-Samariter-Bundes (GSE des ASB mbH) mit Sitz in Illingen möchte ihren Beitrag dazu leisten, diesen Widerspruch aufzulösen, und zeigen, dass es auch anders gehen kann.

Deshalb betreibt die hundertprozentige Tochtergesellschaft des Arbeiter-Samariter-Bund-Landes­verbandes Saarland e. V. an sieben Standorten – in Brebach, Dudweiler, Illingen, Heiligenwald, Merzig, Schmelz und St. Wendel – Kleider-, Haushaltswaren- und Möbelbörsen. 

Das Konzept passt 
In diesen „anderen Läden“ werden gebrauchte Kleidung, Schuhe, Bücher, Spielzeug, Haushaltswaren und Möbel an bedürftige Menschen verkauft. Gut erhaltene und somit weiterverwendbare Ware wird gesammelt und nach fachgerechter Aufarbeitung zum kleinen Preis in den Sozialkaufhäusern der GSE des ASB mbH angeboten. Sammlung, Auf- und Vorbereitung für den Verkauf sowie den Verkauf selbst übernehmen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in öffentlich geförderten Beschäftigungsverhältnissen sowie Projektteilnehmerinnen und -teilnehmer, die in ihrer Tätigkeit von Fachkräften angeleitet, sozialpädagogisch unterstützt und gefördert werden. 

Sie leisten damit nicht nur gesellschaftlich relevante und für sie selbst sinnstiftende Arbeit, sie erwerben insbesondere auch Kenntnisse und Fähigkeiten, die ihnen beim (erneuten) Einstieg in den sogenannten ersten Arbeitsmarkt helfen können – was vielfach gelingt. Die „anderen Läden“ sind somit wichtige Teile der örtlichen sozialen Infrastruktur mit hoher Bedeutung, sowohl für ihre Kundinnen und Kunden als auch für ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie die Projektteilnehmerinnen und -teilnehmer. Integration in den Arbeitsmarkt, soziale Teilhabe und ökologische Nachhaltigkeit sind im Konzept der „anderen Läden“ also bestens vereint. 

„Der andere Laden“ in Illingen
Ein konkretes Beispiel hierfür ist „Der andere Laden“ in der beschaulichen Illinger Hauptstraße mit seinem Team unter Leitung von Anleiterin Anni Will und Sozialpädagogin Carolin Monz. Das dem Sozialkaufhaus zugehörige Projekt „Frauen Aktiv Illingen“ richtet sich bereits seit 2005 an langzeitarbeitslose Frauen im Bürgergeldbezug mit sogenannten komplexen Problemlagen. 

Über eine praxisbezogene Beschäftigung unter fachpraktischer Anleitung sowie über ein intensives sozialpädagogisches Betreuungsmanagement werden hier persönliche und berufliche Hemmnisse abgebaut, eine persönliche Stabilisierung und Aktivierung der Teilnehmerinnen erreicht, die Arbeitsfähigkeit erhalten und die Eingliederungschancen in eine berufliche Weiterbildung oder in Arbeit verbessert. 

Das Projekt wird durch das Ministerium für Arbeit, Soziales, Frauen und Gesundheit des Saarlandes und den Europäischen Sozialfonds Plus, das Jobcenter Neunkirchen, den Landkreis Neunkirchen und die Gemeinde Illingen gefördert.

Anerkannte Weiterbildungseinrichtung
Die GSE des ASB mbH setzt sich als anerkannte Weiterbildungseinrichtung für erwerbslose Menschen jedes Alters ein. Dabei sollen die Voraussetzungen geschaffen werden, den Menschen die Sicherung ihrer Existenz aus eigener Kraft zu ermöglichen. Kernfelder des Engagements sind die Beratung, Berufsorientierung, Kompetenzfeststellung, Vermittlung in Ausbildung, Qualifizierung und Beschäftigung für Jugendliche und Erwachsene mit und ohne Behinderung. 

Die GSE des ASB mbH ist anerkannter Träger der freien Jugendhilfe, Mitglied im Paritätischen Landesverband Rheinland-Pfalz/Saarland e. V., Vorstandsmitglied der Landesarbeitsgemeinschaft Beschäftigung und Qualifizierung Saarland e. V. und aktiv in regionalen Netzwerken, beispielsweise den Arbeitsmarktbeiräten und Jugendhilfeausschüssen.

Die GSE des ASB mbH agiert saarlandweit und beschäftigt an verschiedenen Standorten rund 120 Mitarbeiter:innen. Sie kooperiert bei ihren Aktivitäten mit vielen saarländischen Kommunen, allen Jobcentern im Saarland, der Agentur für Arbeit Saar, den Ministerien für Wirtschaft, Arbeit, Bildung, der Kinder- und Jugendhilfe, den Kammern sowie anderen öffentlichen Einrichtungen und Bildungsträgern. Die GSE des ASB mbH ist nach AZAV (Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung Arbeitsförderung) zertifiziert.


Text: Lukas Münninghoff