Ein Vierteljahrhundert für den ASB im Saarland
Guido Jost und Bernhard Roth führen seit 25 Jahren den ASB-Landesverband Saarland e. V.
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Im Merchweiler „Merchtalblick“ rollen demnächst die Baumaschinen an, im St. Wendeler „Domblick“ wird aktuell mit Hochdruck gebaut, in Kirkel ist das Seniorendorf des ASB „Im Burggarten“ seit Jahren erfolgreich in Betrieb. Auch überregional wird das Konzept der Seniorendörfer des ASB im Saarland als ideale Wohnform für Seniorinnen und Senioren bewertet. Ein neuer, zusätzlicher Markenkern für den Verband.
Entwickelt und vorangetrieben wurden diese Einrichtungen für Ältere vom Landesvorsitzenden Guido Jost und vom Geschäftsführer Bernhard Roth. Die beiden Samariter feiern im Jahr 2024 ihr 25-jähriges Dienstjubiläum.
Neuanfang und neue Kräfte
Bernhard Roth war ab dem Jahr 1998 zunächst in beratender Form tätig, bevor er ab April 1999 Geschäftsführer des ASB-Landesverbandes Saarland e. V. wurde. Er „erbte“ viele Probleme im Verband und in dessen Gesellschaften. Eine überforderte Führungsmannschaft hatte eine erhebliche finanzielle Schieflage und verunsicherte Mitarbeitende hinterlassen. Der ASB brauchte einen Neuanfang und neue Kräfte in der Führung des Landesverbandes. Zu den neuen Kräften zählte Guido Jost, der 1999 zunächst in den Aufsichtsrat der Gemeinnützigen Gesellschaft für Sozialeinrichtungen des ASB mbH (kurz: GSE des ASB) und dann im Dezember 1999 zum ASB-Landesvorsitzenden gewählt worden war.
Der Landesvorstand selbst wurde im Jahr 2000 neu aufgestellt, und es begann eine anstrengende Sanierung des Landesverbandes und seiner Gesellschaften. Es galt, lieb gewonnene, aber verlustreiche Projekte und Einrichtungen zu schließen oder an andere Träger abzugeben. So wurde der Landesverband mithilfe des ASB-Bundesverbandes strategisch neu aufgestellt und wieder in sichere Bahnen gelenkt. Um den Sanierungskurs positiv beeinflussen zu können, engagierte sich Guido Jost von 2002 bis 2010 als Mitglied des ASB-Bundesvorstandes in Köln. Ein Engagement, das belohnt wurde.
Der Start der beiden Jubilare fand also unter denkbar ungünstigen Bedingungen statt: Der ASB machte hohe Verluste, deshalb war der Landesverband erheblich verschuldet, der Ruf im Keller. Auf ein Sanierungskonzept drängte nicht zuletzt der ASB-Bundesverband, der temporär sogar zum Mehrheitsgesellschafter des ASB Saarland wurde. Die Sanierung der einzelnen Gesellschaften war ein Kraftakt, der im Jahr 2010 erfolgreich abgeschlossen wurde; der Bundesverband übertrug seine Gesellschafteranteile zurück an den Landesverband Saarland.
Alle Generationen im Blick
Neben dem Rettungsdienst und Katastrophenschutz widmete sich der ASB nach der erfolgreichen Sanierung vor allem den Bereichen Seniorenhilfe und Pflege. Heute bietet die gemeinnützige Heimbetriebsgesellschaft des ASB mbh (kurz: HBG des ASB) sowohl vollstationäre Pflege als auch Kurzzeit- und Tagespflege an. Zuletzt hat der ambulante Pflegedienst als ein wesentlicher Bestandteil der Seniorendorf-
Philosophie das Pflegeangebot der Gesellschaft komplettiert. Zum Tätigkeitsprofil der HBG des ASB zählt auch, psychisch erkrankten Erwachsenen ein selbstbestimmtes Leben und Wohnen zu ermöglichen. Betroffene können je nach Hilfebedarf in ASB-Wohngruppen rund um die Uhr intensiv sozial- und arbeitstherapeutisch gefördert werden. Alternativ unterstützt der ambulante Fachdienst Klient:innen, die in der eigenen Häuslichkeit leben, bei der Haushaltsführung und der Tagesstrukturierung. Auch die Begleitung zu ärztlichen Behandlungen oder Behördengängen ist möglich.
Die Samariter Jost und Roth hatten stets alle Generationen im Blick. Deshalb setzt sich der ASB bis heute mit Betreuungs-, Beratungs- und Unterstützungsangeboten für die Interessen von Kindern, Jugendlichen und ihren Familien ein. Mittlerweile begleiten sozialpädagogische Fachkräfte an über 40 Einsatzstellen junge Menschen durch den schulischen Alltag oder unterstützen mit nachschulischen Betreuungsangeboten die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.
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Bildung und Ehrenamt
Wer sich für Kinder und Jugendliche engagiert, muss für den Brückenschlag zum Thema Bildung sorgen. Hier kommt die GSE des ASB ins Spiel, in deren Aufsichtsrat das ehrenamtliche Engagement von Guido Jost begann. Die ASB-Gesellschaft, deren wichtige Triebfedern die Stärkung von Bildungschancen und die berufliche Teilhabe sind, zählt heute zu den drei größten Bildungsträgern des Saarlandes.
Auf die gesellschaftliche Bedeutung des Ehrenamtes angesprochen, nennen die beiden Samariter unisono den ASB-Wünschewagen, der Schwerstkranke an Orte fährt, an denen sie noch einmal wertvolle Lebensmomente verbringen können: „Das Herzstück bilden die pflegerisch bzw. medizinisch ausgebildeten ‚Wunscherfüller und Wunscherfüllerinnen‘. Sie sorgen mit ihrem ehrenamtlichen Einsatz dafür, dass wir seit jetzt über fünf Jahren letzte Wünsche erfüllen können. Die hohe Spendenbereitschaft honoriert dieses Engagement, sichert den Unterhalt des speziell ausgestatteten Krankentransportfahrzeuges und deckt die Kosten, die im Rahmen einer Wunschfahrt entstehen, beispielsweise Ticketgebühren oder Übernachtungskosten.“
Jüngster Erfolg des Führungsduos ist der Abschluss eines Tarifvertrages zum 1. März 2024, der die rund 600 Mitarbeitenden des ASB weitgehend den Beschäftigten des öffentlichen Dienstes gleichstellt. Und wenn keine unvorhergesehenen Umstände eintreten, werden Guido Jost und Bernhard Roth im kommenden Jahr die neuen Seniorendörfer in St. Wendel und Merchweiler ihrer Bestimmung übergeben können. Ein erfolgreiches Duo – ein Vierteljahrhundert lang.
Text: Hubert Immesberger/Sabine Schreiner